Rachel by Linda Lael Miller

Rachel by Linda Lael Miller

Author:Linda Lael Miller [Miller, Linda Lael]
Language: deu
Format: epub
Tags: Women Teachers, Orphans, Fiction, Romance, Montana, Western, Historical
ISBN: 9780671026844
Google: IlmnJfRjshYC
Amazon: 0671026844
Publisher: Pocket
Published: 1999-01-01T23:00:00+00:00


So endete also die erste Teegesellschaft, die in den Mauern des Brimestone Saloon abgehalten worden war. Und so wie es aussah, würde man künftig dort keinen Tee mehr servieren.

»Nun?«, fragte June neugierig, als Rachel noch nicht ganz durch die Tür der Kutschstation getreten war. »Wie ist die Sache drüben bei Trey gelaufen?«

Rachel runzelte die Stirn und fragte sich, was die Gute wohl von einem ganz normalen Besuch erwartete, den die Lehrerin einer Schülerin abstattete. Eine ähnliche Reaktion, eine gespannte Erwartungshaltung hatte sie allerdings auch schon bei Evangeline bemerkt - damals am ersten Abend auf der Ranch -, als die Freundin sie und Trey beobachtet hatte. Das musste wohl an der Spannung zwischen ihnen liegen, die zwar ganz schwach, aber eben doch vorhanden war.

Rachel zuckte mit den Achseln, aber sie hatte nicht die geringste Hoffnung, dass mit dieser nichts sagenden Geste Junes Neugier gestillt sein würde. »Es lief alles sehr gut«, erklärte sie, während sie zu dem kleinen Tisch ging, der vorm Fenster im Tageslicht stand und wo June eifrig damit beschäftigt war, eine zweite Hose für Toby zu schneidern. »Sie hatten vollkommen Recht, was Emma anbelangt. Sie ist wirklich ein außergewöhnliches Kind, eins, das einem Lehrer vermutlich höchstens ein oder zwei Mal in seinem Berufsleben begegnet.«

June nickte. Rachel wusste, dass die ältere Frau schon lange die besonderen Fähigkeiten Emmas erkannt hatte. Das war für sie eine Tatsache, über die man nicht lange reden musste. »Und Trey? Hat er durchgehalten oder ist er in die Berge geflüchtet?«

Rachel lachte leise. »Ich glaube, er wollte wie ein Hase davonrennen«, sagte sie, »aber Emma zuliebe ist er geblieben. Es sah teilweise so aus, als würde man einen Mann beobachten, dem das Feuer unterm Hintern brennt, der aber trotzdem ganz ruhig sitzen bleibt.«

June lachte laut. »Trey ist ja nun Umgang mit gewissen Frauen gewöhnt, aber vermutlich ist es doch etwas anderes, sich mit zwei respektablen jungen Frauen an den Tisch zu setzen, tun Tee zu trinken und Plätzchen zu knabbern. Mein Gott, ich hätte meine beste Legehenne dafür gegeben, dieses Schauspiel zu sehen.«

Rachel blickte zu der geschlossenen Tür hinter dem Herd, die zur Kammer führte, in der Toby schlief. »Wie geht es dem Jungen?«

June lächelte mitfühlend. »Keine Sorge. Der kleine Nimmersatt hat nur zu viele Plätzchen auf einmal gegessen. Nachdem er sich erbrochen hat, wird er bald wieder auf den Beinen sein.«

Rachel nickte und ging in ihr eigenes Zimmer, um ihre gute Kleidung auszuziehen und statt dessen ein einfaches Kleid anzuziehen, das besser geeignet war, um in der Kutschstation zu arbeiten. Wenn June mit ihren Näharbeiten beschäftigt war - und das war in letzter Zeit häufig der Fall - war sie für Rachels Hilfe doch ganz dankbar.

Am folgenden Morgen, direkt nach dem Frühstück, machte sich Rachel ein Sandwich und eine Flasche Tee zurecht und sattelte Sunflower, tim ihre Besuchsrunde fortzusetzen. Zuerst würde sie auf der Kildare-Ranch vorbeischauen. Nach den Notizen, die sie sich gemacht hatte und die sie in der Tasche ihres Rockes mit sich trug, war Mr. Kildare ein Witwer mit zwei jungen Söhnen.



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